Versicherungs- & Finanzmakler — ohne Nachfassen versickert das meiste
Ein Vertrauensgeschäft mit langem Vorlauf: Wer heute anfragt, entscheidet oft Monate später. Genau in dieser Zeit gehen die meisten Kontakte verloren — nicht durch Absagen, sondern weil sich niemand mehr gemeldet hat. Wir trennen die Kampagnen nach Produktbereich, ersetzen das Kontaktformular durch eine echte Terminbuchung und richten Nachfassstrecken ein, die über Monate laufen statt über Tage.
Was wir für Maklerbüros machen
Die Besonderheit dieser Branche liegt zwischen Anfrage und Abschluss. Wer eine Absicherung erwägt, hat selten Zeitdruck — und genau deshalb entscheidet nicht die Reichweite über den Erfolg, sondern was nach der ersten Anfrage passiert. Diese sechs Bausteine setzen dort an:
Was kostet Dich der fehlende Nachfassprozess?
Trag ein, wie viele Anfragen ankommen und was daraus wird. Du siehst den Unterschied zwischen dem heutigen Ablauf und einem mit Terminbuchung und Nachfassstrecke.
Vertretbare Kosten je Anfrage nach Produktbereich
Die zweite Frage dieser Seite: Für welche Bereiche lohnt sich Werbung überhaupt? Die Werte unten sind Beispielgrößen — überschreib sie mit Deinen.
Für die Verbesserung setzen wir an, dass eine Terminbuchung die Quote von der Anfrage zum Termin deutlich anhebt und ein Nachfassprozess einen Teil der zunächst inaktiven Kontakte zurückholt — beides Erfahrungswerte aus Kundenprojekten, keine Branchenstatistik. Die Abschlussquote im Termin bleibt unverändert; sie hängt an der Beratung, nicht am Marketing. Beim Ertrag je Abschluss ist die Bestandswirkung entscheidend: Wer nur die Abschlussprovision ansetzt, unterschätzt den Wert eines Kunden erheblich. Die Produktbereiche unten rechnen mit hinterlegten Beispielquoten von Anfrage zu Abschluss, die je Büro anders ausfallen.
So gehen wir vor
Fünf Schritte von der Sortierung der Produktbereiche bis zur Bewertung nach Abschlüssen. Klick auf einen Schritt, um zu sehen, was dort passiert.
Bereiche ordnen
3–5 TageZuerst die Frage, welche Produktbereiche sich für Dich rechnen. Zwischen einer Hausratversicherung und einer betrieblichen Altersvorsorge liegen im Ertrag Welten — und im Beratungsaufwand ebenfalls.
- Ertrag je Produktbereich erfassen
- Beratungsaufwand realistisch ansetzen
- Bereiche mit Bestandswirkung erkennen
- Wunschzielgruppen benennen
Nischen wählen
1 WocheBei den großen Produktbegriffen stehen Vergleichsportale mit Budgets, gegen die kein Maklerbüro ankommt. In den Nischen — bestimmte Berufsgruppen, gewerbliche Sparten — ist der Wettbewerb dagegen dünn.
- Vergleichsportale als Wettbewerb einordnen
- Zielgruppen statt Produkte in den Mittelpunkt
- Gewerbliche Sparten prüfen
- Realistische Ziele je Nische festlegen
Termin statt Formular
1–2 WochenEin Kontaktformular erzeugt eine Aufgabe, ein gebuchter Termin einen Vorgang. Der Unterschied entscheidet in dieser Branche über den Großteil der Abschlüsse — weil zwischen Anfrage und Beratung die meisten Kontakte verloren gehen.
- Terminbuchung statt Kontaktformular
- Beratungsdauer und Format klarstellen
- Vorbereitung im Buchungsprozess abfragen
- Erinnerungen gegen Nichterscheinen
Nachfassstrecken
1–2 WochenWer heute anfragt, entscheidet oft Monate später. Ohne automatische Wiedervorlagen und E-Mail-Strecken versickert der größte Teil — nicht wegen Absagen, sondern weil sich niemand mehr gemeldet hat.
- Automatische Wiedervorlagen je Stufe
- E-Mail-Strecke mit echtem Informationswert
- Anlässe für erneute Ansprache nutzen
- Klare Regel, wann ein Kontakt ruht
Nach Abschluss bewerten
laufendBewertet wird nach Abschlüssen und deren Wert, nicht nach Anfragen. In einer Branche mit Bestandsprovisionen zählt außerdem, was ein Kunde über die Jahre bringt — nicht nur die Abschlussprovision.
- Abschlüsse je Bereich zurückspiegeln
- Bestandswirkung mitrechnen
- Budget zu tragenden Bereichen verschieben
- Lange Entscheidungswege einkalkulieren
Terminbuchung statt Kontaktformular
Das ist der größte Einzelhebel in dieser Branche, und er kostet fast nichts außer der Einrichtung. Der Unterschied liegt im Zustand, den er erzeugt: Ein abgeschicktes Formular ist eine Aufgabe auf Deiner Seite. Ein gebuchter Termin ist ein Vorgang mit festem Datum, den beide Seiten im Kalender haben.
Was zwischen Formular und Gespräch alles schiefgehen kann, ist der Grund für die Verluste: Der Rückruf erfolgt zu spät, der Interessent ist nicht erreichbar, ein Zeitpunkt lässt sich nicht finden, das Interesse kühlt ab. Jeder dieser Schritte kostet Kontakte.
Worauf es bei der Umsetzung ankommt:
- Klar sagen, was der Termin ist. Dauer, Format — Telefon, Video oder vor Ort — und dass er unverbindlich ist. Unklarheit darüber ist der häufigste Abbruchgrund.
- Wenige Angaben verlangen. Name, Kontakt, grobes Anliegen. Alles Weitere gehört ins Gespräch.
- Keine Gesundheitsfragen im Buchungsprozess — dazu unten mehr, das ist kein Detail.
- Erinnerungen versenden. Bei Terminen, die zwei Wochen im Voraus gebucht werden, senkt das die Ausfälle spürbar.
- Die Erstinformation sauber einbinden, damit die aufsichtsrechtlichen Pflichten erfüllt sind, bevor beraten wird.
Ein angenehmer Nebeneffekt: Der Zeitdruck bei der Erstreaktion entfällt weitgehend. Wer einen Termin gebucht hat, muss nicht binnen Stunden zurückgerufen werden.
Automatische Nachfassstrecken
Der zweite große Verlustpunkt liegt nach dem Erstkontakt. Jemand informiert sich über eine Absicherung, findet das Thema wichtig — und verschiebt die Entscheidung. Das ist kein Desinteresse, sondern der Normalfall bei Produkten ohne Zeitdruck.
Ohne Prozess passiert dann nichts mehr. Mit Prozess sieht es so aus:
- Automatische Wiedervorlagen je Stufe. Wer ein Angebot erhalten hat, kommt nach einer festgelegten Frist wieder auf den Tisch — ohne dass jemand daran denken muss.
- E-Mail-Strecken mit echtem Informationswert. Eine Einordnung zu der Frage, die den Kontakt beschäftigt hat; ein Hinweis auf eine relevante Änderung; eine Checkliste zur Vorbereitung. „Ich wollte mich nochmal melden" ist keine Nachfassstrecke.
- Passende Zeiträume. In dieser Branche gehört ein Kontakt, der „vielleicht später" sagt, nicht in drei Tagen wieder angesprochen, sondern in sechs oder zwölf Monaten.
- Anlässe nutzen statt Kalender. Jahreswechsel, Gesetzesänderungen, ein Wechsel der Lebenssituation — das sind die Momente, in denen aus Aufschub eine Entscheidung wird.
- Eine klare Regel, wann ein Kontakt ruht. Ohne sie wächst die Liste zu und niemand sieht mehr, was wirklich offen ist.
Der technische Aufbau steht unter CRM System. Der Aufwand ist überschaubar, der Effekt bei Entscheidungswegen von Monaten dagegen groß — er ist im Rechner weiter oben beziffert.
Kampagnen je Produktbereich
Zwischen einer Hausratversicherung und einer betrieblichen Altersvorsorge liegen im Ertrag zwei Größenordnungen — und im Beratungsaufwand ebenfalls. Eine gemeinsame Kampagne optimiert vorhersehbar auf das Günstigste, also auf die kleinen Sparten mit hohem Suchvolumen und niedriger Hemmschwelle.
Getrennte Kampagnen erlauben unterschiedliche Gebote und, wichtiger noch, eine getrennte Bewertung. Erst dann zeigt sich, welcher Bereich das Budget verdient.
Wo Sichtbarkeit realistisch ist
Bei den großen Produktbegriffen stehen Vergleichsportale, die seit Jahren daran arbeiten. Dort mitzubieten oder ranken zu wollen, ist für ein Maklerbüro verlorene Mühe — die Schwierigkeit liegt bei den Hauptbegriffen im obersten Bereich.
Zwei Wege bleiben, und beide funktionieren:
- Produkt plus Zielgruppe. Absicherung für bestimmte Berufsgruppen, für Selbstständige, für Beamte. Deutlich weniger Volumen, deutlich weniger Wettbewerb und eine erheblich höhere Trefferquote — weil jemand mit einer speziellen Situation nicht das nächstbeste Vergleichsportal sucht.
- Gewerbliche Sparten. Betriebshaftpflicht, Cyberversicherung, Absicherung für Geschäftsführer — hier ist die Konkurrenz spürbar dünner als im Privatkundengeschäft, und die Erträge liegen höher.
Dazu kommt die regionale Suche: Ein Teil der Interessenten will bewusst einen Ansprechpartner vor Ort statt eines Portals. Für genau diese Menschen ist ein gepflegtes Unternehmensprofil der günstigste Zugang, den es gibt.
Selbstcheck: Wo verlierst Du Kontakte?
Acht Aussagen aus der Praxis. Die Auswertung erscheint sofort — es werden keine Daten übertragen und nichts gespeichert.
Aufsichtsrecht und Gesundheitsdaten
Zwei Themen, die in dieser Branche über die technische Umsetzung mitentscheiden — und bei denen wir bewusst zurückhaltend arbeiten.
Erstinformation und Transparenz
Für Versicherungsvermittler gelten Informationspflichten, die vor der Beratung greifen: Angaben zu Status und Registereintrag, zur Vergütung und zu Beschwerdemöglichkeiten. Für die Website heißt das, dass diese Angaben leicht auffindbar sein müssen und im Buchungsprozess klar ist, wann sie bereitgestellt werden. Wie das im Einzelfall auszugestalten ist, klärst Du mit Deiner IHK oder einem Fachanwalt — wir richten die technische Seite entsprechend ein und sind keine Rechtsberatung.
Gesundheitsdaten
Sobald es um Berufsunfähigkeit oder Krankenversicherung geht, entstehen schnell Gesundheitsdaten, die unter besonderem Schutz stehen. Praktisch bedeutet das:
- Keine Gesundheitsfragen im Online-Formular. Vorerkrankungen gehören ins Gespräch, nicht in ein Webformular und schon gar nicht in ein Freitextfeld, das in einer Mailablage landet.
- Kein Retargeting auf Seiten zu gesundheitsbezogenen Produkten. Wer eine Seite zur Berufsunfähigkeit aufruft, gibt potenziell ein Gesundheitsdatum preis — Zielgruppen daraus zu bilden, ist nicht vertretbar. Wir setzen das nicht um.
- Sparsame Formulare und eine Einwilligung, die tatsächlich vorliegt, bevor gemessen wird.
Das kostet ein Stück Vorqualifizierung und Reichweite. Es ist die einzige Variante, die wir vertreten — mehr dazu unter Analytics & Tracking.
Bestand mitrechnen, nicht nur den Abschluss
Der Rechenfehler, der in dieser Branche am meisten kostet: Bewertet wird die Abschlussprovision, obwohl bei laufenden Verträgen über die Jahre ein Vielfaches hinzukommt. Wer nur das erste Jahr ansetzt, hält Sichtbarkeit für unwirtschaftlich, die sich klar rechnet.
Dazu kommt der zweite Effekt, den kaum jemand beziffert: Ein zufriedener Kunde bringt weitere Sparten. Wer über eine Berufsunfähigkeitsversicherung kommt, fragt später zur Altersvorsorge, zur Haftpflicht, zur Absicherung des Hauses. Der tatsächliche Wert eines gewonnenen Kunden liegt deshalb regelmäßig deutlich über dem, was in der ersten Rechnung steht.
Für die Steuerung heißt das zweierlei: Erstens gehören Abschlüsse auf Kampagnenebene zurückgespiegelt — ohne diese Rückmeldung optimieren die Werbekonten auf Formulare statt auf Kunden. Zweitens sollte die Bewertung Zeit bekommen: Wer nach vier Wochen entscheidet, ob sich eine Kampagne rechnet, misst in einer Branche mit monatelangen Entscheidungswegen vor allem Zufall.
Maklerbüros in Duisburg und NRW
Wir sitzen in Duisburg und betreuen Maklerbüros in ganz Nordrhein-Westfalen. Der regionale Bezug spielt hier eine kleinere Rolle als in anderen Branchen — Beratung findet zunehmend per Video statt, und spezialisierte Büros arbeiten ohnehin überregional. Wo er zählt, ist bei der Suche nach einem Ansprechpartner vor Ort: Ein Teil der Interessenten sucht bewusst jemanden aus der Region statt eines Portals, und für diese Menschen entscheidet das Unternehmensprofil.
Alle betreuten Städte findest Du unter Standorte, weitere Branchen in der Branchenübersicht.
Häufige Fragen aus Maklerbüros
Warum versickern so viele Anfragen?
Warum Terminbuchung statt Kontaktformular?
Lohnt es sich, bei den großen Versicherungsbegriffen zu ranken?
Wie sollten Nachfassstrecken aussehen?
Was ist mit dem Aufsichtsrecht und der Erstinformation?
Wie gehen wir mit Datenschutz bei Gesundheitsfragen um?
Was darf uns ein Termin kosten?
Lohnen sich gekaufte Leads?
Wie schnell müssen wir reagieren?
Gilt das auch für Finanz- und Honorarberatung?
Weitere Antworten zu Zusammenarbeit, Laufzeiten und Kanälen stehen in unseren häufigen Fragen.