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Stundensatz berechnen — auf abrechenbare Stunden, nicht auf Arbeitszeit

Der Satz, den Du brauchst, um Kosten und Zielgewinn zu decken. Entscheidend ist nicht, wie viel Du arbeitest, sondern wie viele Stunden Du tatsächlich abrechnen kannst.

Stundensatz berechnen

nötiger Stundensatz (netto)
Tagessatz bei 8 Stunden
abrechenbare Stunden pro Jahr
Satz nur zur Kostendeckung

Trag Kosten und abrechenbare Stunden ein — die Rechnung läuft nur in Deinem Browser.

Der entscheidende Punkt: abrechenbare Stunden

Die meisten Fehlkalkulationen entstehen nicht bei den Kosten, sondern bei den Stunden. Eine 40-Stunden-Woche bedeutet nicht 40 abrechenbare Stunden. Angebote, Rechnungen, Buchhaltung, Akquise, Weiterbildung und Organisation sind Arbeit — nur bezahlt sie niemand direkt.

Wer mit der vollen Arbeitszeit rechnet, setzt seinen Satz systematisch zu niedrig an. Der Fehler fällt nicht sofort auf, weil die Auftragsbücher voll sind. Er fällt am Jahresende auf, wenn trotz Auslastung nichts übrig geblieben ist.

Empfehlung

Schreib vier Wochen lang mit, welche Stunden Du tatsächlich abrechnen konntest. Diese Zahl ist belastbarer als jede Faustregel — und meistens niedriger, als man selbst schätzt.

Formel und Rechenbeispiel

Stundensatz = (Jahreskosten + Zielgewinn) ÷ (Arbeitswochen × abrechenbare Stunden je Woche)

Beispiel

GrößeWertAnmerkung
Jahreskosten72.000 €inklusive eigenem Gehalt
Zielgewinn12.000 €für Rücklagen und Investitionen
Arbeitswochen4652 minus Urlaub und Krankheit
Abrechenbar je Woche22 Stundenvon 40 Arbeitsstunden
Stundensatz83,00 €84.000 ÷ 1.012 Stunden

Dieselben Kosten auf 40 statt 22 abrechenbare Stunden gerechnet ergäben rund 46 € — ein Satz, mit dem die Rechnung am Jahresende nicht aufgeht.

Was in die Jahreskosten gehört

  • Eigenes Gehalt: der Betrag, von dem Du lebst — inklusive Sozialversicherung und Altersvorsorge
  • Raum und Technik: Miete, Strom, Internet, Hardware, Abschreibungen
  • Software und Werkzeuge: Abonnements, Lizenzen, Fachliteratur
  • Versicherungen und Beiträge: Betriebshaftpflicht, Kammer, Steuerberatung
  • Akquise und Sichtbarkeit: Website, Werbung, Netzwerkarbeit — siehe Beratung und Analyse
  • Rücklage für Ausfall: Krankheit und Auftragslücken, die kein Kunde bezahlt

Wer stattdessen Produkte verkauft, rechnet nicht mit Stunden, sondern mit dem Deckungsbeitrag je Einheit.

Typische Fehler

  • Mit der Arbeitszeit statt mit abrechenbaren Stunden gerechnet — der mit Abstand häufigste Fehler
  • Eigenes Gehalt vergessen: Der Satz deckt dann alles außer der eigenen Existenz
  • Urlaub und Krankheit nicht abgezogen: 52 Arbeitswochen gibt es nicht
  • Am Wettbewerb orientiert: Was andere aufrufen, sagt nichts über Deine Kostenstruktur
  • Zielgewinn weggelassen: Ohne Rücklage ist jede Investition und jede Flaute ein Problem

Häufige Fragen

Warum rechne ich nicht einfach mit 40 Stunden pro Woche?
Weil nur ein Teil davon abrechenbar ist. Angebote schreiben, Buchhaltung, Weiterbildung, Akquise und Verwaltung sind Arbeit, aber keine Stunden, die jemand bezahlt. Wer mit der vollen Arbeitszeit rechnet, kommt auf einen Satz, der die eigenen Kosten nicht deckt — und merkt es erst nach Monaten.
Wie viele abrechenbare Stunden sind realistisch?
Das hängt stark von der Tätigkeit ab. Wer viel akquirieren und verwalten muss, kommt auf einen deutlich kleineren Anteil als jemand mit langlaufenden Projekten. Statt eine Faustzahl zu übernehmen, ist es sinnvoller, die eigenen abrechenbaren Stunden einige Wochen lang mitzuschreiben.
Gehört mein eigenes Gehalt in die Kosten oder in den Gewinn?
In die Kosten. Der Betrag, von dem Du lebst, ist keine Gewinnbeteiligung, sondern eine Position, die gedeckt sein muss. Der Zielgewinn kommt obendrauf — er finanziert Rücklagen, Investitionen und Wachstum.
Was ist mit Urlaub und Krankheit?
Beides senkt die abrechenbaren Stunden, nicht die Kosten. Wenn Du Urlaubs- und Krankheitstage nicht abziehst, ist Dein Satz zu niedrig kalkuliert. Ein Rechenmodell ohne freie Tage ist ein Modell, in dem Du nie krank wirst.
Ist ein Tagessatz einfach acht Stundensätze?
Rechnerisch ja, in der Praxis oft nicht. Bei Tagessätzen wird häufig ein Nachlass erwartet, gleichzeitig entfallen Rüstzeiten und Kontextwechsel. Der Rechner zeigt Dir den rechnerischen Tagessatz — ob Du ihn so aufrufst, ist eine Verhandlungsfrage.
Wie oft sollte ich neu rechnen?
Mindestens einmal jährlich und immer dann, wenn sich Kosten oder Auslastung deutlich verändern. Steigende Software-, Versicherungs- oder Raumkosten schleichen sich ein, ohne dass jemand die Preisliste anfasst.

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