Hotels & Ferienunterkünfte — jede Portalbuchung kostet Provision
Portale bringen Reichweite und kosten Marge. Das Ziel ist deshalb nicht der Ausstieg, sondern die Verschiebung: Jeder Prozentpunkt, der von der Portalbuchung zur Direktbuchung wandert, ist eingesparte Provision bei gleichem Umsatz. Wir arbeiten an der Buchungsstrecke, holen die Suche nach dem Hausnamen zurück und richten Kampagnen am Belegungsplan aus statt am Kalender.
Was wir für Hotels und Ferienunterkünfte machen
Die Besonderheit dieser Branche ist, dass der größte Hebel nicht im Umsatz liegt, sondern in den Kosten: Dieselbe Buchung bringt je nach Weg deutlich unterschiedlich viel ein. Wer das ernst nimmt, rechnet nicht in Klicks, sondern in gesparter Provision. Diese sechs Bausteine setzen dort an:
Was kosten Dich Portalprovisionen im Jahr?
Trag Deine Zahlen ein und stell ein, wie viele Prozentpunkte Du zu Direktbuchungen verschieben willst. Du siehst die aktuelle Provisionslast und was die Verschiebung bringt.
Gerechnet wird mit gleichbleibendem Umsatz — es geht ausschließlich um die Verschiebung des Buchungswegs, nicht um zusätzliche Buchungen. Nicht abgezogen sind die Kosten, die eine Direktbuchung selbst verursacht: Buchungsmaschine, Zahlungsgebühren und gegebenenfalls Klickkosten. Diese liegen zusammen in der Regel deutlich unter der Portalprovision, aber eben nicht bei null. Ebenfalls nicht eingerechnet ist die Reichweite, die Portale bringen: Ein Teil der Portalbuchungen wäre ohne sie gar nicht entstanden — deshalb ist das Ziel eine Verschiebung des Anteils, nicht der Ausstieg.
So gehen wir vor
Fünf Schritte von der Provisionsrechnung bis zur Stammgastansprache. Klick auf einen Schritt, um zu sehen, was dort passiert.
Provision rechnen
3–5 TageZuerst die Zahl, die alles Weitere bestimmt: Wie hoch ist der Portalanteil, und was kostet er im Jahr? Erst daraus ergibt sich, was eine Direktbuchung wert ist und wie viel für sie ausgegeben werden darf.
- Portalanteil und Provisionssatz erfassen
- Provisionskosten je Buchung berechnen
- Anteil der Direktbuchungen bestimmen
- Realistisches Verschiebungsziel festlegen
Buchungsstrecke
2–3 WochenDie eigene Buchungsstrecke ist der Engpass. Wenn sie langsamer, unklarer oder umständlicher ist als das Portal, wechseln Gäste zurück — und die Provision fällt trotzdem an.
- Verfügbarkeit und Preis sofort sichtbar
- Buchung ohne Registrierung ermöglichen
- Mobile Bedienbarkeit prüfen
- Vorteile der Direktbuchung klar benennen
Markensuche sichern
1 WocheWer den Hausnamen sucht, hat sich meist entschieden. Genau dort bieten Portale mit — und kassieren Provision für einen Gast, der ohnehin gekommen wäre. Diese Suchanfragen gehören zuerst gesichert.
- Eigene Sichtbarkeit beim Hausnamen prüfen
- Unternehmensprofil mit Buchungslink
- Markenkampagne wirtschaftlich abwägen
- Direktvorteil in der Anzeige nennen
Nach Belegung steuern
laufendWerbung lohnt sich in schwachen Zeiträumen, nicht in der Hochsaison. Die Steuerung folgt dem Belegungsplan — mit Vorlauf, weil zwischen Suche und Anreise Wochen liegen.
- Schwache Zeiträume identifizieren
- Vorlaufzeit je Reisetyp einplanen
- Budget saisonal verschieben
- Erfolg an der Belegung messen
Gäste halten
laufendEin Gast, der einmal direkt gebucht hat, kann beim nächsten Mal ohne Provision wiederkommen. Das ist der günstigste Umsatz im Haus — und wird in den meisten Betrieben nicht systematisch verfolgt.
- E-Mail-Adressen bei Direktbuchung erfassen
- Bewertungen nach dem Aufenthalt einholen
- Wiederkehrende gezielt ansprechen
- Rechtliche Vorgaben beim Versand beachten
Die eigene Buchungsstrecke ist der Engpass
Hier scheitern die meisten Häuser, und zwar an einer unangenehmen Wahrheit: Die Buchungsstrecken der Portale sind gut. Sie zeigen Verfügbarkeit und Preis sofort, funktionieren auf dem Handy und verlangen wenige Schritte. Wenn die eigene Strecke dahinter zurückbleibt, wechseln Gäste zurück — und die Provision fällt trotzdem an.
Woran es typischerweise hakt:
- Verfügbarkeit und Preis sind nicht sofort sichtbar. Wer erst Datum, Personenzahl und Kontaktdaten eingeben muss, bevor überhaupt ein Preis erscheint, verliert die Mehrheit.
- Anfrage statt Buchung. Ein Formular, auf das eine Antwort folgen soll, ist keine Alternative zum Portal — der Gast will jetzt buchen.
- Registrierungspflicht. Kostet zuverlässig Erstbucher.
- Mobile Bedienbarkeit. Ein erheblicher Teil der Buchungen entsteht auf dem Handy; ein Kalender, der dort nicht bedienbar ist, kostet direkt Umsatz.
- Kein erkennbarer Grund, direkt zu buchen. Wenn nirgends steht, was die Direktbuchung besser macht, gibt es keinen.
Der letzte Punkt ist der wichtigste und der günstigste. Was Du bieten kannst, hängt von Deinen Verträgen ab — Leistungen funktionieren dabei oft besser als Preisnachlässe: späterer Check-out, kostenfreie Stornierung, Zimmerwahl, Frühstück oder Parkplatz inklusive. Diese Vorteile gehören sichtbar dorthin, wo entschieden wird.
Die Suche nach dem eigenen Namen zurückholen
Das ist der teuerste vermeidbare Posten in dieser Branche. Wer den Namen Deines Hauses eingibt, hat sich bereits entschieden — er sucht nur noch den Weg zur Buchung. Steht dort ein Portal vor Dir, zahlst Du Provision für einen Gast, den Du längst gewonnen hattest.
Portale bieten gezielt auf Hausnamen und verfügen über hohe Autorität — dagegen anzukommen ist Arbeit, aber machbar:
- Die eigene Seite muss beim Hausnamen an erster Stelle stehen. Das ist meist erreichbar, wenn Titel, Beschreibung und Struktur stimmen.
- Ein gepflegtes Unternehmensprofil mit direktem Buchungslink fängt einen erheblichen Teil ab, bevor die Ergebnisliste überhaupt gelesen wird.
- Eine eigene Markenkampagne kann sich lohnen — das ist eine reine Rechenfrage: Klickkosten gegen gesparte Provision. Bei üblichen Provisionssätzen fällt sie oft eindeutig aus.
- Der Direktvorteil gehört in die Anzeige und in die Beschreibung, damit erkennbar ist, warum der eigene Weg der bessere ist.
Wichtig bei der Bewertung: Ein Teil dieser Gäste hätte auch ohne Anzeige direkt gebucht. Die Kampagne ist trotzdem sinnvoll, wenn sie Buchungen zurückholt, die sonst über das Portal gelaufen wären — die Rechnung sollte diesen Anteil aber ehrlich berücksichtigen.
Kampagnen entlang der Belegung
Für einen ausgebuchten Zeitraum zu werben ist verschwendetes Budget — und passiert trotzdem ständig, weil Kampagnen einmal eingerichtet und dann durchlaufen gelassen werden. Die Steuerung sollte dem Belegungsplan folgen, nicht dem Kalender.
Zwei Dinge machen das anspruchsvoller als in anderen Branchen:
- Der Vorlauf. Zwischen Suche und Anreise liegen je nach Reisetyp Wochen bis Monate. Ein Wellnesswochenende wird kurzfristiger gebucht als ein Familienurlaub in den Sommerferien, eine Tagung wieder anders. Wer erst wirbt, wenn der Zeitraum leer bleibt, ist zu spät.
- Die Zielgruppen unterscheiden sich je Zeitraum. Geschäftsreisende unter der Woche, Familien in den Ferien, Paare am Wochenende — das sind unterschiedliche Ansprachen, Angebote und teils Kanäle.
Praktisch heißt das, dass jemand den Belegungsplan im Blick haben muss und Kampagnen daran ausrichtet. Das ist Aufwand, aber der Unterschied zwischen Budget, das Löcher füllt, und Budget, das die Hochsaison teuer bewirbt.
Preisvergleichsbegriffe und die großen generischen Suchen — dort stehen Metasuchen und Portale mit Budgets, gegen die kein einzelnes Haus ankommt. Sinnvoll sind stattdessen Reiseanlässe und Profilmerkmale: Wellness, Familie, Tagung, Reisen mit Hund. Dort ist der Wettbewerb dünner und die Absicht klarer.
Selbstcheck: Wo verlierst Du Marge?
Acht Aussagen aus der Praxis. Die Auswertung erscheint sofort — es werden keine Daten übertragen und nichts gespeichert.
Bewertungen als Buchungsargument
Wenn drei Häuser in derselben Lage und Preisklasse zur Auswahl stehen, entscheidet die Bewertung. Das gilt auf den Portalen wie auf der eigenen Seite — und es ist einer der wenigen Faktoren, die ein Haus vollständig selbst in der Hand hat.
Was zählt:
- Aktualität vor Durchschnitt. Viele Bewertungen aus den letzten Monaten wirken stärker als ein besserer Schnitt aus dem vorletzten Jahr — Gäste lesen die neuesten zuerst.
- Ein fester Ablauf nach dem Aufenthalt, für alle Gäste gleich und ohne Gegenleistung.
- Antworten auf Kritik, die sachlich bleiben. Sie werden von allen künftigen Gästen mitgelesen und sind damit wichtiger als die Kritik selbst.
- Wiederkehrende Punkte ernst nehmen. Wenn dreimal dasselbe steht, ist es kein Ausreißer, sondern eine Aufgabe für den Betrieb — und keine für das Marketing.
Der letzte Punkt ist die ehrliche Grenze dieser Seite: Was in Bewertungen steht, entsteht im Haus. Marketing kann es sichtbar machen und einordnen, aber nicht ersetzen.
Wiederkehrende Gäste sind der günstigste Umsatz
Ein Gast, der zufrieden abgereist ist, kann beim nächsten Mal direkt buchen — ohne Provision, ohne Klickkosten. Das ist der günstigste Umsatz, den ein Haus haben kann, und in den meisten Betrieben der am wenigsten systematisch verfolgte.
Voraussetzung ist die Erreichbarkeit. Bei Portalbuchungen ist die Kommunikation eingeschränkt, bei Direktbuchungen nicht — schon deshalb zahlt jede Direktbuchung doppelt ein: einmal über die gesparte Provision, einmal über die Möglichkeit, den Gast wieder anzusprechen.
- E-Mail-Adressen bei Direktbuchung erfassen und die Einwilligung sauber einholen.
- Zu passenden Anlässen ansprechen — Saisonstart, ein Angebot in der Zeit, in der der Gast beim letzten Mal da war, ein Zeitraum mit freien Zimmern.
- Nicht zu häufig. Ein Haus, das monatlich schreibt, wird abbestellt und verliert den Kanal ganz.
- Rechtliche Vorgaben einhalten. Für Werbe-E-Mails gelten strikte Regeln zur Einwilligung und zum Widerruf — die gehören eingehalten, nicht umgangen. Wie das technisch sauber läuft, richten wir ein; die rechtliche Prüfung liegt bei Dir oder Deinem Anwalt.
Häuser in Duisburg und NRW
Wir sitzen in Duisburg und betreuen Betriebe in ganz Nordrhein-Westfalen. Der regionale Bezug ist hier weniger eine Frage der Sichtbarkeit als der Nachfragestruktur: In Düsseldorf und Köln bestimmen Messen und Geschäftsreisen die Belegung mit deutlichen Ausschlägen, während Häuser im Sauerland, in der Eifel oder am Niederrhein von Freizeit- und Wochenendreisen leben — mit ganz anderen Vorlaufzeiten und Zielgruppen.
Alle betreuten Städte findest Du unter Standorte, weitere Branchen in der Branchenübersicht.
Häufige Fragen aus der Hotellerie
Sollen wir ganz auf Portale verzichten?
Was ist der wirksamste Hebel für Direktbuchungen?
Was können wir Direktbuchern bieten, ohne die Ratenparität zu verletzen?
Warum stehen Portale bei unserem eigenen Namen vor uns?
Wann sollten wir werben?
Wie wichtig sind Bewertungen?
Lohnen sich Google Hotel Ads?
Was bringt eine Gästedatenbank?
Gilt das auch für Ferienwohnungen und kleine Häuser?
Wie lange dauert es, bis sich der Anteil verschiebt?
Weitere Antworten zu Zusammenarbeit, Laufzeiten und Kanälen stehen in unseren häufigen Fragen.