Local SEO Wissen: gefunden werden, wo Deine Kunden sind
Wer „in meiner Nähe“ sucht, sieht zuerst eine Karte mit drei Einträgen — nicht die klassischen Treffer. Dieser Kartenbereich folgt eigenen Regeln: Entfernung, Profilqualität und Bewertungen wiegen dort schwerer als Textlänge oder Verweise. Wer beides verwechselt, optimiert monatelang an der falschen Stelle.
Zwei Ergebnisbereiche, zwei Regelwerke
Bei ortsbezogenen Suchanfragen liefert Google zwei getrennte Bereiche aus, die unabhängig voneinander bewertet werden:
- Der Kartenbereich (häufig „Local Pack“ genannt) mit drei Einträgen aus dem Google Unternehmensprofil. Maßgeblich sind hier vor allem Relevanz des Profils, Entfernung zum Suchenden und Bekanntheit.
- Die organischen Treffer darunter — hier gelten die klassischen Regeln aus dem SEO-Wissen: Seitentyp, Inhalt, Struktur, Verweise.
Der praktische Unterschied: Im Kartenbereich kannst Du an der Entfernung nichts ändern. Ein Betrieb am Stadtrand wird in der Innenstadt seltener ausgespielt als einer im Zentrum — unabhängig davon, wie gut die Website ist. Wer im ganzen Stadtgebiet sichtbar sein will, braucht deshalb beide Bereiche: die Karte für die Nähe, organische Seiten für die Reichweite darüber hinaus.
Konsequenz: Ein einziges Ziel — „ganz oben stehen“ — ist bei lokaler Suche zu unscharf. Sinnvoll ist die Frage: oben stehen wofür und aus welchem Umkreis.
Das Unternehmensprofil ist die halbe Miete
Das Google Unternehmensprofil ist bei lokaler Suche oft wichtiger als die Website — weil viele Suchende gar nicht mehr klicken, sondern direkt aus der Karte anrufen oder die Route starten. Was dort tatsächlich Wirkung zeigt:
- Kategorien — die Hauptkategorie ist der stärkste einzelne Hebel. Sie muss die Kernleistung treffen, nicht die Selbstbeschreibung. Nebenkategorien ergänzen weitere Leistungen.
- Leistungen einzeln pflegen statt als Sammelbegriff. Jede Leistung mit eigener Beschreibung erhöht die Trefferwahrscheinlichkeit bei konkreten Anfragen.
- Öffnungszeiten inklusive Feiertagen — falsche Zeiten sind der häufigste Anlass für negative Bewertungen.
- Eigene Fotos von Team, Räumen und Arbeiten. Stockbilder erkennen Nutzer sofort.
- Fragen und Antworten — dieser Bereich ist öffentlich beschreibbar. Wer ihn nicht selbst füllt, überlässt ihn dem Zufall.
Ein vollständig gepflegtes Profil schlägt in der Praxis regelmäßig einen größeren Wettbewerber mit halb ausgefülltem Eintrag.
Konsistente Daten und Bewertungen
NAP steht für Name, Adresse, Telefonnummer. Diese drei Angaben müssen überall identisch sein: auf der Website, im Unternehmensprofil, in Branchenverzeichnissen, auf Kartendiensten. Abweichungen — mal „Str.“, mal „Straße“, mal die alte Nummer — erschweren die eindeutige Zuordnung. Der Aufwand ist gering, die Wirkung unterschätzt.
Bewertungen wirken doppelt: Sie beeinflussen die Platzierung im Kartenbereich und die Entscheidung des Suchenden. Drei Punkte zählen:
- Regelmäßigkeit schlägt Menge. Zwanzig Bewertungen über zwei Jahre wirken glaubwürdiger als vierzig in einer Woche.
- Antworten auf alle Bewertungen, auch die guten. Bei Kritik sachlich, ohne Rechtfertigung und ohne Details, die dem Datenschutz widersprechen.
- Ein fester Prozess — die Bitte um eine Bewertung direkt nach Auftragsabschluss, wenn die Erinnerung frisch ist. Gekaufte Bewertungen verstoßen gegen die Richtlinien und gegen das Wettbewerbsrecht.
Standortseiten richtig bauen
Wer in mehreren Orten arbeitet, braucht je Ort eine eigene Seite — aber nur, wenn sie etwas Eigenes zu sagen hat. Seiten, bei denen lediglich der Ortsname ausgetauscht wurde, wertet Google als Doorway Pages und stuft sie ab. Der Unterschied liegt im Inhalt:
- Referenzen und abgeschlossene Projekte aus diesem Ort
- Ansprechpartner und Anfahrtszeiten, die dort tatsächlich gelten
- Ortsbezogene Besonderheiten: Wettbewerbsdichte, typische Nachfrage, Stadtteile
- Eine Anfahrt oder Karte, die wirklich zum Standort passt
Wenn Du für einen Ort nichts Eigenes schreiben kannst, ist keine Seite besser als eine leere. Wie eine solche Seite in der Praxis aussieht, zeigen unsere Standortseiten: je Stadt und Leistung mit eigenem Text statt mit ausgetauschtem Ortsnamen.
Was Du messen solltest
Die Kennzahlen der lokalen Suche liegen größtenteils im Unternehmensprofil selbst, nicht in der Website-Statistik:
- Aufrufe des Profils getrennt nach Karte und Suche
- Anrufe, Routenanfragen, Website-Klicks — die eigentlichen Handlungen
- Suchbegriffe, über die das Profil gefunden wurde
- Bewertungsverlauf: Anzahl, Durchschnitt, Antwortquote
Ergänzend gehört die Frage dazu, wie viele Anrufe tatsächlich angenommen werden. Sichtbarkeit, die im Besetztzeichen endet, ist teuer bezahlte Arbeit ohne Ertrag. Wie sich eine gewonnene Anfrage rechnet, lässt sich mit dem ROI-Rechner überschlagen.
Begriffe kurz erklärt
Die Wörter, die in diesem Themenfeld ständig fallen — ohne Fachjargon erklärt.
- Local Pack
- Der Kartenbereich mit drei Einträgen oberhalb der klassischen Treffer.
- Google Unternehmensprofil
- Der kostenlose Eintrag, aus dem Karte und Wissensbereich gespeist werden.
- NAP
- Name, Adresse, Telefonnummer — müssen überall identisch geschrieben sein.
- Nähe
- Die Entfernung zwischen Suchendem und Betrieb. Im Kartenbereich ein direkter Faktor, nicht beeinflussbar.
- Doorway Page
- Eine Seite ohne eigenen Inhalt, die nur wegen eines Ortsnamens existiert. Wird abgewertet.
- Citation
- Eine Erwähnung der Unternehmensdaten auf einer anderen Website, etwa in einem Verzeichnis.
Beiträge zu diesem Thema
Zu diesem Thema erscheinen die ersten Beiträge in Kürze. Die Grundlagen oben sind bereits vollständig — und im Blog findest Du alles, was bisher veröffentlicht wurde.
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