Webdesign für Garten- und Landschaftsbau — die Website muss sortieren, nicht nur zeigen
Im März kommen mehr Anfragen, als der Betrieb annehmen kann — und die meisten passen nicht. Im November kommt nichts. Eine Website, die ganzjährig gleich aussieht, bedient keine dieser beiden Lagen. Sie sollte im Frühjahr filtern und im Winter Projekte für die kommende Saison sammeln.
Was wir für GaLaBau-Betriebe bauen
Die Aufgabe ist nicht, mehr Anfragen zu erzeugen, sondern die richtigen. Vier Bausteine:
Zwei Jahreszeiten, zwei Probleme
Ein Garten- und Landschaftsbaubetrieb hat über das Jahr zwei völlig gegensätzliche Probleme — und eine Website, die ganzjährig gleich aussieht, löst keines davon.
Von Februar bis Mai kommen mehr Anfragen, als der Betrieb annehmen kann. Das Problem ist nicht die Menge, sondern die Zusammensetzung: Neben den Projekten, die der Betrieb sucht, kommen Anfragen für Heckenschnitte, Rasenpflege, Kleinstarbeiten und von Menschen, die erst einmal unverbindlich fragen wollen.
Jede davon bindet Bürozeit. Und jeder Ortstermin, der daraus entsteht, kostet mehrere Stunden einer Fachkraft — in genau der Zeit, in der diese Stunden am teuersten sind.
Von Oktober bis Januar ist es umgekehrt. Es kommt wenig, und das Wenige ist oft der Winterdienst, den viele Betriebe gar nicht anbieten.
Die übliche Website ist auf keine dieser Lagen ausgelegt. Sie zeigt Projekte, listet Leistungen und bietet ein Kontaktformular mit drei Feldern — im März genauso wie im November.
Was sie stattdessen leisten sollte: im Frühjahr sortieren, damit der Betrieb auswählen kann. Im Sommer auf die kommende Saison lenken, weil die laufende ohnehin voll ist. Im Herbst den Winterdienst nach vorne holen. Und im Winter Planungsprojekte sammeln, die im Frühjahr ausgeführt werden.
Das ist keine Frage der Gestaltung, sondern der Struktur — und es ist der Unterschied zwischen einer Visitenkarte und einem Werkzeug.
So gehen wir vor
Kein Paket von der Stange. Der Ablauf richtet sich nach Projektarten, Saisonverlauf und Kapazität — die Reihenfolge bleibt dieselbe.
Projektarten und Werte klären
3–5 TageZuerst die Frage, welche Projekte der Betrieb sucht — und welche er bewusst nicht mehr will.
- Deckungsbeitrag je Projektart erfassen
- Mindestauftragswert festlegen
- Anteil unpassender Anfragen schätzen
- Kapazität je Saison einordnen
Filterlogik festlegen
1 WocheDas Anfrageformular wird so gebaut, dass es vor dem Ortstermin sortiert.
- Eigentum und Objektart abfragen
- Fläche in Größenklassen erfassen
- Budgetrahmen zur Auswahl stellen
- Gewünschten Zeitraum abfragen
Projektgalerie aufbauen
2–4 WochenAbgeschlossene Projekte werden nach Art und Größenordnung geordnet und mit Eckdaten versehen.
- Nach Projektart gliedern
- Fläche und Umfang je Projekt nennen
- Zeitraum der Ausführung angeben
- Zustimmung der Auftraggeber einholen
Saisonale Bereiche umsetzen
1–2 WochenStartseite und Hinweise lassen sich mit wenigen Klicks auf die jeweilige Jahreszeit umstellen.
- Hinweisfeld für Vorlaufzeiten einbauen
- Winterdienstbereich anlegen
- Planungsangebot für Folgejahr vorbereiten
- Umschaltung ohne Agentur ermöglichen
Messen und nachschärfen
saisonalVerfolgt wird, ob die Anfragen besser werden — nicht, ob sie mehr werden.
- Anteil passender Anfragen erfassen
- Durchschnittlichen Auftragswert verfolgen
- Abbrüche im Formular messen
- Ortstermine je Auftrag auswerten
Das Formular entscheidet über die Saison
Der wirksamste Teil einer GaLaBau-Website ist das Anfrageformular — nicht, weil es viele Anfragen erzeugt, sondern weil es die falschen abfängt.
Vier Angaben entscheiden darüber, ob ein Ortstermin lohnt.
Erstens das Eigentum. Mieter können keine Gartenanlage beauftragen, und bei Eigentümergemeinschaften braucht es einen Beschluss.
Zweitens die Fläche, in Größenklassen zur Auswahl statt als Freitext. Sie bestätigt die Größenordnung, und sie ist leicht zu beantworten.
Drittens der gewünschte Zeitraum. Wer in diesem Frühjahr bauen will, ist ein anderer Fall als jemand, der grundsätzlich überlegt — und in der Hochsaison ist das der Unterschied zwischen einem Termin jetzt und einem im September.
Viertens der Budgetrahmen, ebenfalls in Stufen. Das ist die unbequemste Frage und die wirksamste.
Viele Betriebe scheuen sie aus Sorge, Interessenten zu verlieren. Genau das ist der Zweck: Wer für eine Gartenneuanlage die unterste Stufe wählt, hätte den Termin nicht zum Auftrag geführt.
Entscheidend ist der Ton bei der Antwort. Wer in eine Stufe fällt, die nicht passt, bekommt keine Absage, sondern einen Hinweis darauf, was in diesem Rahmen möglich wäre — oder den Vorschlag, in der Nebensaison noch einmal zu fragen. Das kostet nichts, und in einem Gewerk, das stark von Nachbarschaftsempfehlungen lebt, ist es bares Geld wert.
Die Galerie muss Größenordnungen zeigen
Fast jede GaLaBau-Website hat eine Bildergalerie. Und fast jede ist ungeordnet: Terrassen neben Teichen neben Pflasterflächen neben Bepflanzungen, alles gemischt, ohne Angaben.
Solche Galerien sehen gut aus und leisten nichts. Wer eine Terrasse plant, muss sich durch zwanzig Bilder klicken, um drei relevante zu finden — und die meisten tun das nicht.
Sinnvoll ist eine Gliederung nach Projektart, und innerhalb davon nach Größenordnung. Terrassen klein, mittel, groß. Gartenneuanlagen nach Grundstücksgröße. Pflasterarbeiten nach Fläche.
Der zweite Teil sind die Eckdaten. Zu jedem Projekt gehören Fläche oder Umfang, die Art der Arbeiten, der Ausführungszeitraum und die Dauer. Nicht als Werbetext, sondern als Angaben.
Diese Daten leisten etwas, das kein Bild kann: Sie geben ein Gefühl für die Größenordnung. Ein Interessent, der sieht, dass eine vergleichbare Terrasse in vier Wochen gebaut wurde und sechzig Quadratmeter umfasst, kann sein eigenes Vorhaben einordnen — auch preislich.
Das ist die eleganteste Form der Preiskommunikation: Sie nennt keine Zahlen und vermittelt trotzdem eine Größenordnung. Wer es genauer will, findet auf der Leistungsseite einen groben Rahmen.
Voraussetzung ist die Zustimmung der Auftraggeber für die Verwendung der Aufnahmen. Sie gehört vor Beginn der Arbeiten eingeholt, nicht wenn die Bilder fertig sind — nachträglich ist es deutlich schwieriger.
Vorlaufzeiten gehören sichtbar auf die Seite
Ab März sind viele GaLaBau-Betriebe für die laufende Saison ausgebucht. Trotzdem steht auf ihren Websites nichts davon.
Die Folge ist doppelt unangenehm. Interessenten fragen an, freuen sich auf ein Projekt im Sommer und erfahren erst im Gespräch, dass frühestens im nächsten Jahr gebaut werden kann. Das erzeugt Enttäuschung — und Bürozeit für Gespräche, die von vornherein nicht passten.
Ein sichtbarer Hinweis auf der Startseite und im Formular löst das: „Unsere Kapazität für diese Saison ist vergeben. Für Projekte im Frühjahr planen wir jetzt." Das ist keine Schwäche, sondern ein Signal für einen gefragten Betrieb.
Der zweite Nutzen ist größer: Es lenkt Anfragen in die richtige Richtung. Wer im Mai erfährt, dass jetzt für das Frühjahr geplant wird, fragt entsprechend — und genau diese Anfragen sind die wertvollen, weil sie Zeit für Planung und Entwurf lassen.
Praktisch braucht es dafür ein Hinweisfeld, das sich vom Betrieb selbst umstellen lässt, ohne dass jemand Code anfassen muss. Das ist technisch einfach und wird trotzdem fast nie eingebaut.
Dasselbe gilt für die Winterphase: Ab Oktober wechselt der Hinweis auf Planung und Entwurf für die kommende Saison, ab Januar auf Ausführung. Ein Umschalter und drei vorbereitete Texte genügen.
Selbstcheck: Sortiert Deine Website?
Acht Aussagen aus der Praxis. Die Auswertung erscheint sofort — es werden keine Daten übertragen.
Der Winterdienst ist eine eigene Zielgruppe
Betriebe, die Winterdienst anbieten, behandeln ihn auf der Website meist als Unterpunkt der Leistungsliste. Das verkennt, dass dahinter eine völlig andere Zielgruppe steht.
Wer einen Winterdienst sucht, ist selten ein Privatkunde mit Gartenwunsch. Es sind Hausverwaltungen, Eigentümergemeinschaften, Gewerbebetriebe und Einzelhändler — Entscheider, die für eine Immobilie verantwortlich sind und eine Pflicht erfüllen müssen.
Entsprechend andere Fragen stellen sie. Welches Einsatzgebiet wird abgedeckt? Bis wann ist morgens geräumt? Gibt es eine Bereitschaft am Wochenende? Wie wird dokumentiert, dass geräumt wurde? Wird die Räum- und Streupflicht vertraglich übernommen, und wie ist die Haftung geregelt? Welche Laufzeit hat der Vertrag?
Besonders der Punkt Haftung und Nachweisführung ist entscheidend: Verwaltungen übertragen die Verkehrssicherungspflicht, und im Streitfall zählt die Dokumentation. Ein Betrieb, der das auf seiner Seite sauber erklärt, unterscheidet sich sofort von denen, die nur „Winterdienst" in eine Liste schreiben.
Der zeitliche Rahmen ist eng. Gesucht wird ab Oktober, entschieden meist bis Dezember. Die Seite muss im September stehen — wer beim ersten Schneefall anfängt, hat das Geschäft für diese Saison verpasst.
Wirtschaftlich lohnt der Aufwand, weil Winterdienstverträge mehrjährig laufen, in der auftragsschwachen Zeit Umsatz bringen und die Auftraggeber häufig auch für Grünpflege im Sommer in Frage kommen.
Die Karriereseite mit der Winterfrage
Der Fachkräftemangel im GaLaBau ist ausgeprägt, und die Karriereseite ist entsprechend wichtig — mit einer Besonderheit, die kein anderes Gewerk hat.
Die Frage, die jeder Interessent für diesen Beruf hat, lautet: Was passiert im Winter? Kurzarbeit? Entlassung bis zum Frühjahr? Oder gibt es Beschäftigung?
Betriebe mit Winterdienst, Werkstattarbeiten oder Planungsleistungen haben hier ein starkes Argument — und nennen es fast nie. Dabei ist ganzjährige Beschäftigung in diesem Gewerk das wirksamste Argument überhaupt, wirksamer als jede Beschreibung des Teams.
Was sonst auf die Seite gehört, ist gewerkstypisch: welche Maschinen und Fahrzeuge zur Verfügung stehen, wie die Einsätze organisiert sind, wie weit die Anfahrten sind, ob Fortbildungen unterstützt werden.
Für die Ausbildung lohnt eine eigene kurze Seite. Der Beruf ist bei Jugendlichen wenig bekannt, und Praktikumsplätze sind der häufigste Weg zum Ausbildungsvertrag — beworben wird um sie fast nie.
Und die Bewerbung selbst sollte ohne Unterlagen möglich sein: Name und Handynummer reichen, alles Weitere klärt ein Anruf.
Was das kostet — und woran man es misst
Für einen GaLaBau-Betrieb mit geordneter Projektgalerie, filterndem Anfrageformular, saisonal umschaltbaren Bereichen und Winterdienstseite liegt der Rahmen meist zwischen 5.000 und 12.000 Euro.
Der kritische Punkt ist nicht das Budget, sondern das Bildmaterial. Es entsteht bei jedem Projekt praktisch kostenlos — wenn jemand daran denkt. Nachträglich lässt es sich nicht herstellen, besonders nicht der Zustand vor den Arbeiten.
Gemessen wird hier ausdrücklich nicht die Zahl der Anfragen. Sie sollte sinken, und das ist beabsichtigt.
Die relevanten Größen sind drei. Erstens der Anteil der Anfragen, die zu einem Ortstermin führen — er sollte steigen. Zweitens der Anteil der Ortstermine, die zu einem Auftrag führen — er sollte deutlich steigen. Drittens der durchschnittliche Auftragswert.
Die zweite Zahl ist die wirtschaftlich wichtigste. Ein Ortstermin bindet eine Fachkraft für mehrere Stunden inklusive Anfahrt, Aufmaß und anschließender Kalkulation. Wenn von fünf Terminen einer zum Auftrag führt, zahlt der Betrieb vier vergebliche — in der Saison, in der diese Stunden am teuersten sind.
Betriebe, die konsequent filtern, berichten regelmäßig von weniger Anfragen bei deutlich mehr Aufträgen. Über eine Saison gerechnet ist das der Ertrag dieser Investition.
Wann wir abraten
Wenn der Betrieb auch für die kommende Saison ausgebucht ist und keine Kapazität plant, raten wir zu einer kleineren Lösung. Dann reicht eine schlanke Seite mit Referenzen und Kontakt — und das Budget gehört in die Karriereseite.
Auch wenn die Budget- und Flächenabfrage im Formular nicht eingebaut werden soll, halten wir uns zurück. Sie ist der größte Hebel dieser Seite; ohne sie bleibt eine hübsche Galerie mit denselben unpassenden Anfragen wie vorher.
Ebenso, wenn kein eigenes Projektmaterial vorhanden ist und keines erstellt werden soll. In diesem Gewerk ist das Bild das Verkaufsargument, und Katalogmotive erkennt jeder Eigentümer, der sich mit Gärten beschäftigt hat.
Und wir bauen keine saisonalen Bereiche, wenn niemand sie umstellt. Ein Hinweis auf Winterdienst, der im Mai noch steht, wirkt schlechter als gar keiner — die Umschaltung muss zur Gewohnheit werden, sonst gehört sie weggelassen.
Häufige Fragen zu Websites für GaLaBau-Betriebe
Warum soll die Website filtern statt Anfragen zu maximieren?
Schrecke ich mit der Budgetfrage nicht ab?
Warum die Projekte nach Größenordnung sortieren?
Was heißt saisonal umschaltbar?
Braucht der Winterdienst einen eigenen Bereich?
Was kostet eine solche Website?
Weitere Antworten zu Zusammenarbeit, Laufzeiten und Kanälen stehen in unseren häufigen Fragen.