Webdesign für Handwerker — aus Besuchern werden Anrufe
Die meisten Handwerker-Websites sind digitale Visitenkarten: Startseite, Leistungen, Kontakt, fertig. Das reicht, solange Aufträge über Empfehlungen kommen. Sobald jemand über Google sucht, entscheidet die Seite in wenigen Sekunden darüber, ob angerufen wird — oder ob der nächste Betrieb den Auftrag bekommt.
Was wir für Handwerksbetriebe bauen
Eine Handwerker-Website hat eine einzige Aufgabe: aus einem Besucher einen Anruf machen. Diese vier Bausteine entscheiden darüber, ob das gelingt:
Warum die Visitenkarten-Website nicht mehr reicht
Über Jahrzehnte kamen Aufträge im Handwerk über Empfehlungen. Die Website war eine Pflichtübung: Firmenname, ein Bild vom Team, eine Telefonnummer. Das funktioniert, solange der Kundenstamm trägt.
Was sich verändert hat, ist die Art der Suche. Wer heute umzieht, saniert oder einen Notfall hat, sucht zuerst im Netz — und vergleicht in wenigen Minuten drei Betriebe. Verglichen wird dabei nicht die handwerkliche Qualität, die kennt niemand, sondern der Eindruck: Wirkt das professionell? Gibt es Referenzen? Erreiche ich jemanden?
Eine Seite, die diese drei Fragen in den ersten Sekunden beantwortet, gewinnt regelmäßig gegen Betriebe mit besserer Arbeit, aber schlechterem Auftritt. Das ist ungerecht, aber es ist die Ausgangslage — und sie lässt sich mit überschaubarem Aufwand ändern.
So gehen wir vor
Kein Baukasten von der Stange. Der Ablauf richtet sich nach Gewerken, Einzugsgebiet und vorhandenem Material — die Reihenfolge bleibt dieselbe.
Ziele und Gewerke klären
3–5 TageZuerst klären wir, welche Gewerke Umsatz bringen sollen und welche Anfragen der Betrieb tatsächlich haben will. Daraus entsteht die Seitenstruktur, nicht umgekehrt.
- Gewerke nach Auftragswert priorisieren
- Einzugsgebiet realistisch festlegen
- Bestehende Anfragen und Wege auswerten
- Vorhandene Bilder und Referenzen sichten
Struktur und Inhalte
1–2 WochenJe Gewerk eine Seite, je Seite ein klares Ziel. Texte entstehen aus dem, was der Betrieb tatsächlich macht — nicht aus Textbausteinen.
- Seitenstruktur je Gewerk und Ort festlegen
- Texte aus Gesprächen statt aus Vorlagen
- Referenzprojekte je Gewerk zuordnen
- Handlungsaufruf je Seite definieren
Gestaltung und Aufbau
2–3 WochenGebaut wird zuerst für das Handy, dann für den Rechner. Kein Baukasten, sondern eine Seite, die zu Betrieb und Gewerk passt.
- Mobil zuerst entwerfen und testen
- Rufnummer dauerhaft erreichbar platzieren
- Bilder für schnelles Laden aufbereiten
- Formulare kurz und fehlertolerant bauen
Technik und Auffindbarkeit
1 WocheSauberes Fundament: Ladezeit, strukturierte Daten, Verknüpfung mit dem Unternehmensprofil, Messung der Anrufe.
- Ladezeit auf Mobilfunk testen
- Strukturierte Daten je Gewerk hinterlegen
- Unternehmensprofil verlinken und abgleichen
- Anrufmessung einrichten
Nach dem Start nachsteuern
laufendDie Seite ist nach dem Start nicht fertig. Anhand echter Zahlen wird nachgebessert — vor allem dort, wo Besucher abspringen.
- Absprungpunkte je Seite auswerten
- Anfragen nach Gewerk zuordnen
- Referenzen laufend ergänzen
- Texte nach echten Suchanfragen schärfen
Struktur: eine Seite, ein Gewerk, ein Ziel
Der häufigste Fehler ist die Sammelseite. „Unsere Leistungen" mit acht Absätzen zu acht Gewerken — für Google ist das eine Seite, die für nichts besonders relevant ist, und für den Besucher eine, auf der er suchen muss.
Die Alternative ist einfach: Jedes Gewerk bekommt eine eigene Seite. Darauf gehört, was der Interessent wissen will — was genau gemacht wird, wie der Ablauf aussieht, was es ungefähr kostet, und drei bis fünf Bilder abgeschlossener Arbeiten. Dazu ein klares Ziel: anrufen oder anfragen.
Wer im Umkreis mehrere Orte bedient, kann diese Struktur erweitern: je Gewerk und wichtigem Ort eine eigene Seite. Das lohnt sich aber nur mit echten Inhalten — Projekte von dort, Anfahrtszeiten, Ansprechpartner. Seiten, bei denen nur der Ortsname ausgetauscht wurde, erkennt Google inzwischen zuverlässig und wertet sie ab.
Auf dem Handy entscheidet sich alles
Der überwiegende Teil der Handwerkersuchen findet auf dem Smartphone statt, oft unterwegs und mit schwankender Verbindung. Das verändert die Anforderungen an die Seite grundlegend — und die meisten Handwerker-Websites sind darauf nicht ausgelegt.
Drei Dinge entscheiden. Erstens die Ladezeit: Jede Sekunde über drei kostet messbar Besucher, und Bilder sind fast immer die Ursache. Zweitens die Rufnummer: Sie gehört dauerhaft sichtbar, nicht ans Seitenende — ein Tipp, und das Telefon wählt. Drittens die Lesbarkeit: ausreichend große Schrift, genug Abstand zwischen Elementen, keine winzigen Schaltflächen.
Diese Punkte klingen banal, sind aber der Unterschied zwischen einer Seite, die Anrufe erzeugt, und einer, die nur existiert. Wir prüfen sie vor dem Start unter realistischen Bedingungen — also mit gedrosselter Verbindung, nicht im WLAN des Büros.
Formulare, an denen niemand scheitert
Wenn ein Formular genutzt wird, dann für geplante Arbeiten oder außerhalb der Geschäftszeiten. Genau dann darf es keine Hürde sein. Die häufigsten Fehler sind immer dieselben: zu viele Pflichtfelder, unklare Fehlermeldungen, keine Bestätigung nach dem Absenden.
Sinnvoll sind vier bis fünf Felder — Name, Rufnummer, kurze Beschreibung, optional ein Foto. Gerade die Möglichkeit, ein Bild anzuhängen, spart im Handwerk enorm viel Rückfragezeit: Ein Foto vom defekten Bauteil sagt mehr als drei Telefonate.
Nach dem Absenden braucht es zwei Dinge: eine sichtbare Bestätigung für den Absender und eine verlässliche Zustellung an den Betrieb. Formulare, deren Mails im Spam landen, sind häufiger als man denkt — das prüfen wir vor dem Start und danach regelmäßig.
Selbstcheck: Wo verliert Deine Website Anfragen?
Acht Aussagen aus der Praxis. Die Auswertung erscheint sofort — es werden keine Daten übertragen.
Was sich je Gewerk unterscheidet
Für Notdienst-Gewerke wie Sanitär und Elektro zählt allein die Geschwindigkeit. Die Seite muss in Sekunden laden, die Nummer sofort sichtbar sein, und die Notdienstzeiten müssen stimmen. Lange Texte und Referenzgalerien sind hier eher hinderlich.
Bei Bad- und Küchensanierung ist es umgekehrt: Der Interessent nimmt sich Zeit, vergleicht und will sehen. Hier zahlen sich umfangreiche Referenzen, ein beschriebener Ablauf und ein grober Preisrahmen aus. Die Anfrage kommt oft über das Formular, und der erste Kontakt ist selten der Auftrag.
Für Wartung und Serviceverträge gilt etwas Drittes: Hier geht es um Verlässlichkeit über Jahre. Angaben zu Reaktionszeiten, Vertragsmodellen und Ansprechpartnern wiegen schwerer als Bilder — und ein Kundenbereich für Terminvereinbarungen kann sich schnell rechnen.
Die Karriereseite ist oft die meistbesuchte
In vielen Handwerksbetrieben ist die Suche nach Fachkräften dringender als die nach Kunden. Und Bewerber informieren sich genauso: Sie schauen auf die Website, bevor sie sich melden.
Was dort wirkt, ist keine Hochglanzbroschüre, sondern Ehrlichkeit. Bilder vom echten Team statt Stockfotos, konkrete Angaben zu Arbeitszeiten, Fahrzeugen und Ausstattung, ein Ansprechpartner mit Namen. Eine Bewerbungsmöglichkeit ohne Anschreiben — Name, Nummer, Rückruf — senkt die Hürde erheblich.
Betriebe, die diesen Bereich ernst nehmen, berichten regelmäßig, dass die Karriereseite nach kurzer Zeit zu den meistbesuchten der ganzen Website gehört.
Was das kostet — und was hinter den Preisen steckt
Für einen Betrieb mit zwei bis drei Gewerken liegt eine Seite mit eigener Struktur, geschriebenen Texten, aufbereiteten Bildern und sauberer Technik meist zwischen 3.500 und 8.000 Euro. Mehr Gewerke oder mehrere Standorte erhöhen den Aufwand entsprechend.
Deutlich günstigere Angebote gibt es — sie beruhen fast immer auf Baukästen mit austauschbaren Vorlagen. Das kann für einen Zweimannbetrieb ausreichen, der nur eine Präsenz braucht. Wer über die Website Aufträge gewinnen will, stößt damit schnell an Grenzen: bei der Ladezeit, bei der Erweiterbarkeit und bei der Auffindbarkeit.
Die ehrliche Rechnung lautet: Bei einem durchschnittlichen Auftragswert von 2.500 Euro trägt sich der Unterschied zwischen Baukasten und eigener Seite nach wenigen zusätzlichen Aufträgen. Bei einem Betrieb, der überwiegend Kleinreparaturen macht, kann das anders aussehen — dann sagen wir das auch.
Wann wir abraten
Wenn ein Betrieb ausgelastet ist, keine Einstellung plant und seine Aufträge ausschließlich über Empfehlungen bekommt, braucht er keine neue Website. Dann genügt ein gepflegtes Unternehmensprofil, und das Geld ist woanders besser aufgehoben.
Auch wenn keinerlei Bildmaterial vorhanden ist und niemand bereit ist, welches zu erstellen, halten wir uns zurück. Eine Handwerker-Website ohne Bilder eigener Arbeiten ist eine Broschüre — sie wird nicht überzeugen, egal wie gut sie gebaut ist.
Und wir bauen keine Seite, die Leistungen bewirbt, die der Betrieb nicht sauber erbringen kann. Anfragen für Arbeiten, die dann abgelehnt werden müssen, kosten Zeit und irgendwann den Ruf.
Häufige Fragen zu Websites für Handwerksbetriebe
Was kostet eine Website für einen Handwerksbetrieb?
Wie lange dauert es, bis die Seite fertig ist?
Brauche ich wirklich eine Seite je Gewerk?
Was ist wichtiger — Formular oder Telefonnummer?
Kann ich die Seite später selbst pflegen?
Bringt eine neue Website automatisch mehr Anfragen?
Weitere Antworten zu Zusammenarbeit, Laufzeiten und Kanälen stehen in unseren häufigen Fragen.