Webdesign für Hotels — jede Direktbuchung spart Provision
Gäste finden das Haus über ein Portal und buchen dort — obwohl sie die Website vorher besucht haben. Fast immer liegt das nicht am Preis, sondern daran, dass die Buchung auf der eigenen Seite umständlicher ist als auf dem Portal. Das ist behebbar, und es ist der direkteste Weg zu mehr Marge.
Was wir für Hotels machen
Eine Hotelwebsite hat eine Aufgabe: die Buchung im Haus behalten. Diese vier Bausteine zahlen darauf ein:
Der Gast war da — und hat trotzdem im Portal gebucht
Das häufigste Muster in der Hotellerie: Ein Gast findet das Haus über ein Portal, klickt auf die Website, schaut sich um — und kehrt zum Portal zurück, um dort zu buchen. Der Umsatz entsteht, die Provision auch.
Die Ursache ist selten der Preis. Sie liegt fast immer in der Reibung. Auf dem Portal ist der Gast angemeldet, die Zahlungsdaten liegen vor, die Buchung dauert zwei Minuten und die Stornobedingungen stehen direkt daneben. Auf der Hotelwebsite beginnt ein Kalender, der auf dem Handy hakt, danach ein Formular mit Feldern, die niemand erklärt, und irgendwann ein Weiterleiten auf ein System, das aussieht wie von einem anderen Anbieter.
Der Gast vergleicht nicht bewusst. Er nimmt nur wahr, dass es woanders einfacher war.
Das ist die gute Nachricht: Es ist ein Handwerksproblem, kein Marktproblem. Wer die Reibung auf der eigenen Seite unter die des Portals drückt, verschiebt Buchungen — ohne einen einzigen zusätzlichen Gast zu gewinnen.
So gehen wir vor
Kein Paket von der Stange. Der Ablauf richtet sich nach Haustyp, Buchungssystem und Gästestruktur — die Reihenfolge bleibt dieselbe.
Buchungswege und Provisionen auswerten
3–5 TageZuerst die Zahlen: Wie viel Umsatz kommt über welchen Kanal, und was kostet er tatsächlich.
- Anteil Direkt- und Portalbuchungen erfassen
- Provisionskosten der letzten zwölf Monate
- Abbrüche in der bestehenden Buchungsstrecke messen
- Saisonale Unterschiede berücksichtigen
Buchungsstrecke planen
1–2 WochenDie Strecke wird von hinten nach vorn gebaut: vom abgeschlossenen Vorgang zurück zur ersten Datumseingabe.
- Bestehendes Buchungssystem prüfen
- Schritte auf das Nötige reduzieren
- Preis ab dem ersten Schritt sichtbar
- Optischer Bruch beim Systemwechsel vermeiden
Inhalte und Bilder aufbereiten
2–3 WochenJede Zimmerkategorie bekommt vollständige Angaben — und die Bilder, die der Gast tatsächlich sehen will.
- Je Kategorie mindestens fünf Bilder
- Quadratmeter, Belegung und Ausstattung nennen
- Bad und Aussicht zeigen, nicht nur das Bett
- Lage und Umgebung konkret beschreiben
Umsetzung und Barrierefreiheit
3–5 WochenDie Seite wird gebaut, mit besonderer Sorgfalt bei Ladezeit auf Mobilgeräten und Bedienbarkeit ohne Maus.
- Bilder in moderne Formate konvertieren
- Buchungsstrecke per Tastatur bedienbar
- Kontraste und Beschriftungen prüfen
- Mehrsprachigkeit sauber trennen
Messen und nachschärfen
ab Woche 1 nach StartGemessen wird der Anteil der Direktbuchungen und an welcher Stelle der Strecke Gäste abspringen.
- Abbruchpunkte je Schritt auswerten
- Direktbuchungsanteil monatlich verfolgen
- Anfragen ohne Buchung nachverfolgen
- Vorteile der Direktbuchung nachjustieren
Was in einer Buchungsstrecke schiefgeht
Die meisten Buchungsstrecken auf Hotelwebsites scheitern an denselben vier Stellen, und alle vier sind behebbar.
Erstens der optische Bruch. Wenn der Gast beim Klick auf „Buchen" auf einer Seite landet, die anders aussieht, andere Schriften nutzt und eine fremde Adresse zeigt, entsteht Misstrauen. Die meisten Buchungssysteme lassen sich gestalterisch anpassen — das wird nur selten gemacht.
Zweitens der späte Preis. Wer erst nach drei Schritten erfährt, was die Nacht kostet, fühlt sich hingehalten. Der Preis gehört in den ersten Schritt, inklusive aller Pflichtabgaben. Eine Kurtaxe, die erst am Ende auftaucht, kostet mehr Buchungen als sie einbringt.
Drittens die Datenmenge. Für eine Reservierung braucht es Name, Kontakt und gegebenenfalls Kartendaten. Alles Weitere — Ankunftszeit, Wünsche, Newsletter — kann nach der Bestätigung gefragt werden.
Viertens die Mobilbedienung. Ein Kalender, der auf dem Handy zu kleine Felder hat, ist ein Buchungshindernis. Da mehr als die Hälfte der Aufrufe mobil erfolgt, ist das der teuerste der vier Fehler.
Zimmer zeigen, wie ein Gast sie sehen will
Auf Portalen findet der Gast pro Zimmerkategorie Quadratmeterzahl, maximale Belegung, Bettenart, Ausstattungsliste und meist acht bis zwölf Bilder. Auf vielen Hotelwebsites findet er zwei Bilder und drei Sätze.
Das ist ein Grund, warum Gäste zum Portal zurückkehren: Dort stehen die Informationen, die sie für die Entscheidung brauchen.
Vollständig heißt konkret: Größe in Quadratmetern, Belegung, Bettenmaße, Ausstattung im Detail, Bad mit Dusche oder Wanne, Aussicht, Lage im Haus, Verfügbarkeit von Klimaanlage und Aufzug. Diese Angaben klingen banal und entscheiden Buchungen — besonders bei Familien, älteren Gästen und Geschäftsreisenden.
Bei den Bildern gilt: mindestens fünf je Kategorie, und nicht nur das gemachte Bett. Das Bad interessiert fast jeden Gast, die Aussicht aus dem Fenster fast jeden Urlauber, und ein Bild, das die tatsächliche Größe erkennen lässt, verhindert Enttäuschungen bei der Ankunft — und damit schlechte Bewertungen.
Ein Hinweis aus der Praxis: Ehrliche Bilder eines kleinen Zimmers bringen zufriedenere Gäste als geschönte Aufnahmen. Die Bewertung nach dem Aufenthalt ist am Ende wertvoller als die eine Buchung.
Barrierefreiheit ist in der Hotellerie kein Randthema
Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz gilt seit Juni 2025 und nennt Beherbergungsdienstleistungen ausdrücklich. Die Buchungsstrecke einer Hotelwebsite gehört damit zu den Bereichen, in denen die Anforderungen greifen — Ausnahmen für Kleinstunternehmen sind im Einzelfall zu prüfen.
Praktisch geht es um vier Dinge: Die Buchung muss sich vollständig per Tastatur abschließen lassen. Kontraste müssen ausreichend sein, was bei hellen Hoteldesigns mit grauer Schrift auf weißem Grund regelmäßig nicht der Fall ist. Formularfelder brauchen eindeutige Beschriftungen, die auch ein Screenreader vorliest. Und Fehlermeldungen müssen sagen, was zu tun ist.
Über die rechtliche Seite hinaus gibt es einen handfesten Grund: Die Zielgruppe, die von Barrierefreiheit profitiert, reist überdurchschnittlich viel und plant überdurchschnittlich lange im Voraus. Dazu kommen Angaben, die diese Gäste ohnehin suchen — stufenloser Zugang, Aufzugsmaße, Türbreiten, barrierefreie Bäder. Wer sie nennt, wird gefunden; wer schweigt, wird übergangen.
Diese Angaben sind auf der eigenen Website deutlich detaillierter darstellbar als in den vorgegebenen Kategorien eines Portals. Das ist einer der wenigen Bereiche, in denen die Hotelwebsite dem Portal strukturell überlegen ist.
Selbstcheck: Wo verlierst Du Direktbuchungen?
Acht Aussagen aus der Praxis. Die Auswertung erscheint sofort — es werden keine Daten übertragen.
Was sich je Haustyp unterscheidet
Stadthotels mit Geschäftsreisenden brauchen vor allem Geschwindigkeit. Der Gast weiß, was er will, bucht oft kurzfristig und häufig vom Handy. Hier zählt jede Sekunde Ladezeit und jeder überflüssige Schritt. Rechnungsadresse, Frühstückszeiten und Anbindung sind wichtiger als Stimmungsbilder.
Ferienhotels und Häuser mit längerer Aufenthaltsdauer haben einen anderen Rhythmus. Hier wird wochenlang recherchiert, verglichen und mit dem Partner besprochen. Bilder, Umgebungsbeschreibungen und Angaben zu Verpflegung und Freizeit entscheiden — und eine Merkfunktion oder ein Weg, die Auswahl zu teilen, ist mehr wert als auf Stadthotelseiten.
Kleine Häuser und Pensionen haben einen Vorteil, den sie selten nutzen: Persönlichkeit. Wer die Gastgeber zeigt, die Geschichte des Hauses erzählt und direkt erreichbar ist, hat etwas, das kein Portal abbilden kann. Das ist der stärkste Direktbuchungsgrund überhaupt.
Tagungshotels brauchen eine zweite Struktur neben dem Zimmergeschäft: Raumgrößen, Bestuhlungsvarianten, Technik, Verpflegungspauschalen. Diese Anfragen laufen fast nie über Portale — hier ist die eigene Website der Hauptkanal, und entsprechend lohnt der Aufwand.
Mehrsprachigkeit richtig lösen
Kaum ein Hotel kommt ohne mindestens eine zweite Sprache aus. Häufig wird das über eine automatische Übersetzung gelöst, die den Text im Hintergrund umschreibt — mit zwei Problemen.
Das erste ist die Qualität. Automatisch übersetzte Hoteltexte klingen für Muttersprachler oft merkwürdig, und bei Angaben zu Stornobedingungen oder Hausregeln können Ungenauigkeiten teuer werden.
Das zweite ist technischer Natur. Wenn alle Sprachen unter derselben Adresse laufen, entsteht keine eigenständig auffindbare Seite je Sprache. Sauber ist eine getrennte Adressstruktur je Sprache mit entsprechenden Verweisen untereinander.
Unsere Empfehlung: Die zwei bis drei wichtigsten Sprachen sauber übersetzen lassen — mindestens Startseite, Zimmer, Anfahrt, Buchungsstrecke und Stornobedingungen. Weitere Sprachen nur, wenn die Gästestruktur es rechtfertigt. Drei gute Sprachen sind mehr wert als acht maschinelle.
Was das kostet — und wann es sich rechnet
Eine Hotelwebsite mit vollständiger Zimmerdarstellung, eingebundener Buchungsstrecke und zwei bis drei Sprachen liegt meist zwischen 8.000 und 18.000 Euro. Größere Häuser mit Tagungsbereich, Restaurant und Wellness liegen darüber.
Die Rechnung führt über die Provision. Ein Haus mit 500.000 Euro Logisumsatz, davon die Hälfte über Portale bei durchschnittlich 16 Prozent, zahlt rund 40.000 Euro jährlich an Provision. Verschieben sich zehn Prozentpunkte des Portalumsatzes zur Direktbuchung, bleiben etwa 8.000 Euro im Haus — jedes Jahr.
Diese Verschiebung ist realistisch, aber nicht garantiert, und sie entsteht nicht im ersten Monat. Was wir regelmäßig sehen: Die größte Bewegung kommt von Gästen, die das Haus schon kannten — Wiederkehrer und Empfehlungen, die bisher aus Gewohnheit über das Portal gebucht haben. Diese Gruppe lässt sich am leichtesten verschieben, weil sie ohnehin nicht mehr überzeugt werden muss.
Wann wir abraten
Wenn das Haus ganzjährig ausgebucht ist und die Preise bereits am oberen Ende liegen, ist der Nutzen begrenzt. Dann geht es nur noch um die Provisionsersparnis, und die rechtfertigt einen großen Neubau der Website nicht immer — oft reicht dann, die Buchungsstrecke zu überarbeiten.
Auch wenn kein brauchbares Bildmaterial vorliegt und keine Bereitschaft besteht, welches erstellen zu lassen, halten wir uns zurück. Eine Hotelwebsite ohne gute Bilder ist gegen ein Portal mit Gästefotos chancenlos.
Und wir bauen keine Website um ein Buchungssystem herum, das sich weder gestalterisch anpassen noch barrierefrei bedienen lässt. In diesem Fall ist der Systemwechsel der erste Schritt — alles andere wäre Geld für eine Fassade vor derselben Reibung.
Häufige Fragen zu Hotelwebsites
Wie viel Provision spare ich mit einer Direktbuchung?
Soll ich ganz auf Portale verzichten?
Was bedeutet das BFSG für Hotelwebsites?
Muss ich die Bestpreisgarantie nennen?
Wie wichtig ist die Ladezeit wirklich?
Was kostet eine Hotelwebsite?
Weitere Antworten zu Zusammenarbeit, Laufzeiten und Kanälen stehen in unseren häufigen Fragen.