- Retail Media wächst stark, gleichzeitig fehlt oft eine einheitliche Messbasis.
- Wichtige Maßnahmen: First-Party-Data nutzen, Tracking konsolidieren und Schnittstellen zu Retailern schaffen.
- Für Plattformen wie Amazon sind offizielle Werbeangebote und optimierte Produktseiten entscheidend.
Wachstum trifft auf Messprobleme
Retail Media, also bezahlte Werbung in Shops und auf Handelsplattformen, erlebt derzeit eine starke Nachfrage. Die ursprüngliche Meldung zur Entwicklung nennt das zunehmende Investitionsinteresse von Marken in diesen Kanälen; die Details dazu finden Sie in der Original-Meldung. Zugleich berichten Marktteilnehmer, dass die technische und methodische Messbarkeit hinter dem Tempo des Ausbaus zurückbleibt.
Was versteht man unter Retail Media und warum ist Messbarkeit wichtig?
Retail Media bezeichnet Werbeformate, die direkt auf Handelswebsites, Marktplätzen oder in Apps von Retailern geschaltet werden. Sie reichen von Sponsored Products auf Marktplätzen bis zu Display-Anzeigen auf Händlerseiten. Für Werbetreibende ist Messbarkeit wichtig, weil sie ermöglicht, Kampagnen zu optimieren und Budgets zielgerichtet einzusetzen.
Attribution ist ein gängiger Begriff: Er beschreibt, welchen Touchpoints im Kaufprozess ein Werbemittel zugerechnet wird. First-Party Data meint Kundendaten, die ein Händler selbst erhebt und kontrolliert. Beide Konzepte sind zentral, um Retail-Media-Aktivitäten zu bewerten.
Technische Hürden und organisatorische Fragen
Ein Kernproblem ist die Fragmentierung: Retail-Media-Netzwerke nutzen oft eigene Messverfahren und Reporting-Schemata. Das erschwert vergleichende Auswertungen und die konsistente Zuordnung von Konversionen über mehrere Plattformen hinweg. Viele Händler nutzen zudem eigene Nutzer-IDs und schränken Datentransfers ein, was die Nutzung von Drittanbieter-Tracking erschwert.
Praktisch bedeutet das für Werbetreibende in Deutschland: Zusätzlicher Abstimmungsaufwand mit Handels- und Plattformpartnern sowie Investitionen in technische Integrationen und Datenschnittstellen. Wer auf standardisierte Messlösungen setzt, sollte prüfen, inwiefern diese mit den Systemen der Retailer kompatibel sind.
Was Werbetreibende tun können
Empirisch bewährt sind drei Ansätze: Erstens der Aufbau und die Nutzung von First-Party-Data, zweitens die konsolidierte Messung mit eigenen Tracking-Setups und drittens die Kooperation mit Partnern, die Schnittstellen zu Retailern managen.
Zur technischen Basis gehört zuverlässiges Tracking; hier lohnt sich die Überprüfung vorhandener Implementierungen und gegebenenfalls der Schritt zu spezialisierten Lösungen wie Analytics-Tracking. Für Kampagnen auf Such- und Display-Ebene kann die Abstimmung mit einer spezialisierten Agentur hilfreich sein, etwa über Google-Ads-Agentur-Leistungen.
Besonderheiten bei großen Marktplätzen
Marktplätze wie Amazon bieten eigene Werbeprodukte und messen Reichweite und Verkäufe in eigenen Systemen. Informationen zu Werbemöglichkeiten finden Werbetreibende zentral auf den Hilfeseiten von Amazon Advertising. Wer auf diesen Plattformen aktiv ist, sollte technische Integrationen prüfen und Produktdetailseiten für bessere Performance optimieren, z. B. mit speziell gestalteten Produktbeschreibungen und Bildmaterial (Amazon A+ Content ergänzende Inhalte).
Fazit: Marktchance mit Umsetzungsbedarf
Retail Media bietet attraktive Reichweiten und direkte Kaufformate, doch die Messbarkeit ist ein praktisches Hindernis für eine effiziente Budgetallokation. Werbetreibende sollten technische Voraussetzungen schaffen, Datenhoheit klären und auf klare Reporting-Standards drängen. Strategische Unterstützung und technische Expertise können helfen, die Lücke zwischen Reichweite und aussagekräftiger Messung zu schließen.